Monthly Archive for November, 2017

week 110

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“Einstein, Nietzsche und Brecht at home” (2014 – 2015 aus der Reihe FROM BELOW) von Michael Rhode  (pigmentierter Ink-Jet-Print auf Alu-Diabond) www.michael-h-rohde.de/vita/

2010 startet der Künstler Michael H. Rohde die Werkreihe – new perspectives. Er zeigt Wohnräume von Freunden und Bekannten, begonnen mit seinen eigenen, in einer völlig neuen, verblüffenden Perspektive – von unten. Die Werkreihe FROM BELOW besteht aus großformatigen Farbfotografien, die einen detaillierten Einblick in die jeweilige Wohn- und Lebenssituation der Bewohner gewähren.
Bei Berlin-weekly zeigt Rhode nun seine neueren  Arbeiten , die sich historischen Stätten widmen: Geschichtsträchtigen Lebensräumen von Persönlichkeiten, die er selber schätzt und die für ihn von besonderer Bedeutung sind. Wohnhäuser von Einstein, Schiller, Beethoven, Nietzsche, Brecht werden von  Rohde fotografisch untersucht. Auch hier jedoch bleibt er seinem eigentlichen Konzept und forschendem Interesse treu, die jeweiligen Areale als personale Ballungszentren und künstlerische Schnittstellen sozialer Kommunikation und nicht nur als rein museale Gedenkstätten aufzufassen.

In der Mitte des  Berlin-Weekly Fensters hängt das  große 2 teilige Foto vom “Nietzsche Haus“ (Naumburg, zeigt die obere Etage, die ehemaligen Wohnräumen der Familie Nietzsche, oben links im Bild das Nietzsche Dokumentationszentrum). Das architektonische Foto, das  sowohl die Innenräume der oberen Etage  als auch den Aussenbereich samt Himmel darstellt, scheint  den kleinen Berlin-Weekly Raum nach hinten zu öffnen. Rechts hängt das “Brecht Haus” (Wien) und links das “Einstein Haus“ (Caputh bei Berlin) . Im rückwärtigen Teil von Berlin-Weekly sind weitere Arbeiten aus der Serie FROM BELOW zu sehen.

Rohde’s Arbeiten illustrieren weder, noch bilden sie ab. Scheinbar schwerelos bewegen sie sich vielmehr im Kosmos der Dinge, um Möglichkeiten neuer Ordnungssysteme darin zu erkunden. Die durch Rohde’s künstlerische Vorgehensweise ermöglichte Umkehrung der Sicht zwingt den Betrachter zu einem komplexeren und intensiveren Hinsehen, als es wohl jede gewöhnliche Darstellung zu tun imstande wäre. Die Präzision der Konstruktion in Verbindung mit der nuancierten Farbigkeit führen zu Unglaube, zum Staunen und zum Verweilen.

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