Monthly Archive for May, 2017

week 105

week 105

atem maschine gross b

‘die atmende Maschine’ (the breathing machine), eine   Installation von Dongwhan Kang

“I took a deep breath and listened to the old brag of my heart. I am, I am, I am.” ― Sylvia Plath, The Bell Jar
“Ich nahm einen tiefen Atemzug und hörte auf die alte Prahlerei meines Herzens: ICH BIN, ICH BIN, ICH BIN”

Die Installation  ‘die atmende Maschine’ des in Berlin lebenden koreanischen Künstlers Dongwhan Kang funktioniert mittels des Rades und der Kette eines Fahrrads, die eine Luftpumpe betreiben. Die ‘atmende Maschine’ produziert nichts Nützliches, kein Produkt, keinen Mehrwert, sondern pumpt nur langsam und regelmäßig Luft in die 2 Ballons, die innen am Schaufenster von Berlin-Weekly angebracht sind und an eine Lunge erinnern. Jedesmal, wenn die Pumpe die Luft nach unten in die Schläuche pumpt, entsteht ein Herzschlag ähnliches Geräusch, das mit Lautsprechern durch ein großes gelbes Rohr nach aussen auf die Strasse übertragen wird. Dongwhan Kang will mit seiner Installation darauf hinweisen, dass der moderne Mensch ständig aktiv ist, sich beschäftigen will und etwas produzieren muss, anstatt sich ab und zu ausschließlich auf den eigenen Atem und auf das bloße Sein zu konzentrieren. Nur wenn man die Aufmerksamkeit ganz auf das eigene Atmen ausrichtet, kann man ganz bewusst in der Gegenwart leben und ist über den Atem mit dem Augenblick in Kontakt.

Gleichzeitig will  der Künstler mit seiner Installation ausdrücken, dass auch Gegenstände und Maschinen ein Leben haben und man sie bei einer Fehlfunktion nicht gleich entsorgen soll. Gegenständen, zu denen man eher eine  persönliche Beziehung hat, wie z.B.  Kong zu seinem Fahrrad, gesteht man eher ein eigenes Leben zu und versucht ihre Funktion/Leben möglichst lange zu erhalten.

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